Die NewTek NDI Livestreaming „Wunderdroge“ und was daran so toll ist?

Da ich mich in den letzten Wochen viel mit Videotechnik und Livestreaming auseinandergesetzt habe, nehme ich mir jetzt die Zeit, einen kleinen Blogartikel darüber zu verfassen.

Meine Kunden fragen mich immer wieder, wie man eine Liveübertragung kostengünstig mit mehreren Kameras so realisieren kann, dass es auch für nicht so technikbegabte Nutzer umsetzbar ist.

Die Lösung dafür nennt sich NDI und kommt von der Firma NewTek

Achtung! Technikgefasel, kann gerne übersprungen werden:
Bei NDI „Network Device Interface“ handelt es sich um einen von NewTek
entwickelten Low Latency und für die Community frei verfügbaren Video/Audio Codec, der es erlaubt, diverse Endgeräte (Rechner, Smartphones, Kameras) in ein Netzwerk einzubinden. Der Transport findet dabei über TCP, UDP und Multi-TCP statt. Das Protokoll unterstützt bidirektionale Kontrolle, einen Alphachannel u.v.m. Weiters ist für Entwickler auch eine SDK verfügbar, um die Entwicklung offen zu halten und den Codec in eigenen Projekten zu verwenden. An dieser Stelle ein Danke an NewTek…

So, was ist jetzt an diesem Protokoll-Codec-Dingens nun so wunderbar?

Wie bereits oben erwähnt (Ach ja, wer den Technikblock übersprungen hat, hat das nicht gelesen) ist dieses „System“ mit allen Drum & Dran KOSTENLOS erhältlich und erlaubt es Audio (verlustfrei) und Video in hoher Auflösung über das bestehende Netzwerk abzurufen.

Sprich, man kann auf einfache Weise schnell ein Smartphone als Webcam einbinden (etwa, weil keine vorhanden ist oder die eigene am Rechner einfach nicht die beste Auflösung hat), externe Rechner einbinden (z. B. um den Streamingrechner zu entlasten) und vieles mehr.

Wir sprechen aber in diesem Artikel nur einmal das Thema „Smartphone als Webcam " und die NDI NewTek Tools an und machen eine kleine „Exkursion“ in „virtuelle Studioprogramme“ (Damit man ein grobes Verständnis dafür bekommt, was für ein Wunderding das Ganze ist).

Kommen wir zuerst zu den technischen Voraussetzungen vor Ort, um euch eine etwaige Enttäuschung zu ersparen.

Ihr braucht:

  • Einen Internetzugang (irgendwohin wollt ihr ja auch Streamen)
  • Einen Rechner (Mac oder Windows PC, sollte ein halbwegs aktuelles Gerät sein)
  • Ein GUTES W-LAN-Netzwerk (Ich arbeite am liebsten mit Produkten der Fa. UniFi, natürlich könnt ihr auch mal euer bestehendes zuerst probieren, vielleicht läuft ja alles wie geschmiert)
  • Ein Smartphone (iPhone oder Android) mit guter Kamera
  • Die NewTek NDI Tools für den Rechner und die NDI App für euer Smartphones (Downloadlinks am Ende des Artikels).

Zum Aufbau:
Ladet euch als erstes die Smartphone App auf euer Gerät und anschließend die NDI Tools auf euren Rechner. Nach der Installation der Einzelkomponenten findet Ihr im Programmordner ein Tool namens „Virtual Input“. Startet dieses und Ihr solltet (Windows) rechts unten bei der Uhr ein kleines Symbol sehen, das anzeigt, dass der „Server“ ausgeführt wird.
Nun startet Ihr eure Smartphone-App und wartet ein wenig. Mit einem Rechtsklick auf das Symbol am Rechner wählt Ihr nun unter dem Punkt „LOCALHOST“ euer Smartphone aus. Achtung, beide Geräte müssen sich dazu natürlich im gleichen W-LAN befinden.

Startet nun eure Streamingplattform und wählt bei der Abfrage, welche Kamera verwendet werden soll, die „NewTek NDI Video Camera" aus. Sobald Ihr jetzt am Smartphone den mittleren Button drückt, starten die Video- und Audioübertragung auf eurem Rechner und Ihr verwendet ab sofort euer Smartphone als hochauflösende Webcam sowie das Mikrofon eures Smartphones.
 

Aber ich merke schon, Ihr wollt einfach mehr!

Okay, ein Smartphone als Webcam zu verwenden ist schon mal cool, aber was ist, wenn ich mehrere Perspektiven haben will? Also geht es auch Mehrere Kameras zu verwenden? Vielleicht auch interne und externe?

Ja, natürlich! Auch das geht. Dafür braucht man aber auf dem Streamingrechner, also dem „virtuellen Studio“ auch ein Programm, um diese einzelnen Kameras zu schalten, übereinander zu legen, einen Bluescreen zu verwenden, „Bauchbinden“ reinzuschalten und vieles mehr.

Ich selbst verwende zwar kostenpflichtige Programme, werde aber hier in meinem Blog nur eine Freeware erwähnen, nämlich OBS, die Open Broadcaster Software.

Dabei handelt es sich um eine Software, die genau das kann: Verschiedene Quellen miteinander mischen, Szenen erstellen etc.
 

Okay, ja äähhh, aber wie läuft das jetzt alles ab?

Ihr braucht zusätzlich zu den ganzen Tools, die ich schon erwähnt habe, das OBS Programm (Freeware, Downloadlink unten).

Zusätzlich benötigt ihr das NDI PlugIn (Downloadlink unten), um die NDI Sources in OBS als Quellen hinzuzufügen.

Achtung! Falls Ihr euer Smartphone vorher als Webcam eingebunden habt, beendet das „NDI Virtual Input“-Tool (von weiter oben) vorher mit Rechtsklick auf das Icon und Anwählen von „Exit“!

Nach der Installation der OBS und des herunterladen des PlugIns, startet ihr OBS.
Nun findet ihr unter Quellen die „NDI Source“ auswahl. Startet auf euren Smartphone nun die NDI App. Klickt im OBS auf das „+“ Symbol bei Quellen und wählt dort „NDI Source“ aus.
Nun wählt ihr „Neu erstellen“ und vergebt für diese Kamera einen Namen zb. Smartphone 1 und klickt auf Okay. Es öffnet sich ein Eigenschaftsfenster in dem Ihr unter „Source Name“ nun euer Smartphone auswählen könnt. Die weiteren Einstellungen erkläre ich vielleicht einmal in einem anderen Artikel. Nach einen Klick auf „Okay“ habt Ihr nun diese Kamera als Quelle im OBS hinzugefügt.

Nach diesem Prinzip könnt Ihr nun weitere Smartphones hinzufügen, Szenen erstellen und vieles mehr.

Ich wünsche euch „Happy Streaming“..

Euer Alexander-Ingo von WeAppU.NET

 

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